Erst seit kurzem arbeite ich mit der SketchApp, welches bei mir – wie sicher bei vielen – Photoshop im Bereich Interface Design ablöst. Mit dem Tool arbeitet es sich nicht nur sehr viel effizienter, sondern vor allem die Webnähe sehe ich als eindeutigen Vorteil. Während man in Photoshop Ebene für Ebene anlegt, bearbeitet und im schlechtesten Fall später wieder Ebene für Ebene ändern muss, hält SketchApp einige Ansätze bereit, durch die die Arbeit sehr viel schneller zu erledigen ist.
So gibt es beispielsweise »Textstile«, die sehr nah am CSS sind. Damit kann man Stile für Elemente wie z. B. h1, h2, etc. anlegen und ihnen zuordnen. Vor allem im Hinblick auf spätere Abänderungen sieht man hier den großen Fortschritt gegenüber Photoshop.
Auffallend ist auch, dass die komplette Bearbeitungsleiste direkt auf die Arbeit im Web schließen lässt. So gibt es Borders, Shadows, Spacing oder Opacity. Alles Begriffe, die so auch im CSS auftauchen. Zwar können diese Eigenschaften auch in Photoshop angelegt werden, aber allein schon der Begriff »Kontur« anstelle von Border zeigt, dass die Software nicht primär für Interface Design entwickelt wurde, sondern nach der Ära von fireworks eher dafür missbraucht wurde.
Die Symbole sind für mich der größte Entwicklungsschritt. Man kann zentral Symbole anlegen, die zum einen dafür sorgen, dass man gewisse »Templates« für bestimmte Gestaltungselemente hat. Zum anderen können mit den Symbolen beispielsweise Zustände angelegt werden. Während man in Photoshop Zustände händisch oder maximal noch mit Ebenenstilen angelegt hatte, um sie dann umzustellen, kann man das bei SketchApp via DropDown ändern. Einmal richtig angelegt, kann ein Zustand z. B. Stück für Stück auf active oder inactive (oder jede Begrifflichkeit der Wahl) gestellt werden.
SketchApp arbeitet sehr eng mit Invision zusammen, was vor allem im Bezug auf Prototyping sehr hilfreich ist. So können die einzelnen Artboards bei Invasion hochgeladen werden und zu einem klickbaren Prototypen zusammengeschustert werden.
Insgesamt hat die Software auch eine ganze Reihe von guten PlugIns, die die Arbeit immens erleichtern. Allein schon PlugIns, die den Export für den Entwickler – inklusive assets – ermöglichen, helfen nicht nur der reibungslosen Übergabe, sondern auch dem Entwickler bei der späteren Arbeit.
Abschließend halte ich SketchApp für einen großen Fortschritt im Bereich Interface Design und bin sehr gespannt, ob Adobe XD das Ruder nochmal herumreißen kann. Im Moment scheint mir ersteres vorne zu liegen, doch bleibt es abzuwarten, was Adobe – mit sicher etwas mehr Budget – auf den Tisch zaubert.
Nach anfänglichen Umstellungsschwierigkeiten, habe ich doch sehr schnell in die Software gefunden und bin jeden Tag froh darüber, wie sehr meine Arbeit von SketchApp profitiert. Jetzt wenn man die Software kennt, fragt man sich, wieso es nicht schon viel früher diesen logischen Schritt gab.