Zurück auf Los

Frank Chimero spricht in seinem Vortrag »Everything Easy is Hard Again« im Oktober 2017 bei der Mirror Conf in Braga über die steigende Komplexität in der Webentwicklung und wiederkehrende Verwirrtheit in Bezug auf technologische Neuerungen und Möglichkeiten. Seine Schilderung finde ich vor allen Dingen dahingehend spannend, dass es mir in vielerlei Hinsicht ähnlich geht.

Er erläutert die Veränderung bei der Entwicklung von Web-Layouts und von dem Gefühl, dass es sich alle fünf Jahre so anfühlt als würde man noch einmal von vorne beginnen,1 nachdem man sich gerade in die aktuelle Technologie eingearbeitet hat. Ab Mitte der 90er Jahre war die Gestaltung mithilfe von Tabellen üblich; später waren es Floats, Flexbox oder CSS Grid, welche auch in Kombination verwendet werden können.
Zudem spricht er von der Tatsache, dass Methoden, die Tabu waren plötzlich zu den Empfehlungen gehören. Hier nennt er das Beispiel, dass er einen Artikel gelesen hat, in dem es um die Vorteile geht, keine Stylesheets, sondern Inline-Styles zu verwenden.2 Ich selbst hing auch schon an diesem Punkt als ich das erste mal von »above the fold« hörte und eine Seite nach diesem Konzept verbessern sollte.

Ähnlich wie Chimero gab es bei mir immer wieder – wenn auch riesengroße – Lücken bei der Entwicklung von Webseiten. Nachdem ich meine ersten Webseiten im Jahr 2000 erstellte, habe ich mich jahrelang nicht mehr im Detail damit beschäftigt. Hier und da nur Versuche bis ich mich mit Beginn meiner Ausbildung 2007 wieder angenähert habe. Durch kleine statische Seiten oder die Betreuung von Seiten via Content Management Systeme wurde es wieder wärmer, doch den richtigen Sprung habe ich nicht mehr geschafft. Erst mit dem Beginn meines Studiums hatte ich immer wieder die Motivation, »das jetzt endlich richtig lernen zu wollen«. Es ging damit los, Floats richtig zu verstehen und plötzlich gab es dieses Responsive Webdesign, welches vieles durcheinander brachte: Pixel, em, rem oder Prozent? Fluid, Adaptiv, was? Und nach kurzer Pause gab es mit Flexbox plötzlich wieder etwas Neues. Ist das zusätzlich? Oder alternativ? Die meiste Zeit verbrachte ich wohl damit, zu verstehen, was wie und warum verwendet wird.

Mit meinen Kenntnissen war es bisher kein Problem, kleinere Webprojekte umsetzen, doch vor wenigen Wochen habe ich mich entschieden, tiefer eintauchen zu wollen. Ich habe damit begonnen bei #100daysofcode mitzumachen, um zu sehen, was passiert, wenn ich jetzt länger am Ball bleibe. Dabei geht es darum, sich eigene Ziele zu setzen und 100 Tage lang mindestens eine Stunde täglich zu üben und zu lernen. Es ist erstaunlich wie viel man in so kurzer Zeit lernen kann und ich hoffe trotz Master-Arbeit dran bleiben zu können. Vor allem wünsche ich mir, nicht wie bisher demotiviert zu sein, sobald es in JavaScript zu sehr ins Detail geht.

Der Vortrag von Frank Chimero inspiriert und motiviert mich dahingehend, dass es aus seiner Sicht egal sein könnte, ob man direkt aus der Schule kommt oder 20 Jahre Erfahrung mitbringt. Man könnte an der gleichen Stelle landen, nämlich im ersten Jahr, in dem man Webseiten erstellt.3 Und das ist immerhin ein hervorragender Anfang für viele weitere Jahre.

Quellen
  1. Vgl. Chimero, Frank: »Everything Easy is Hard Again«, Stand: 12.10.2017, URL: https://frankchimero.com/writing/everything-easy-is-hard-again/, Absatz 18, abgerufen am 15.2.2017.
  2. Vgl. Ebd., Absatz 26.
  3. Vgl. Ebd., Absatz 52.